Wer kommt mit ins Theater?

Ich lese jetzt Zeitung. Nicht nur Live-Ticker, Headlines und News. Zeitung. Lange Artikel über Literatur, Umweltschutz und die Demokratie, den Backlash, den Zerfall, den Populismus, ich lese jetzt Artikel, die über «aussergewöhnliche Zeiten» berichten und damit Mittwoch, den 16. April meinen.

Ich lese einen Artikel mit dem Titel «Bedrohen, einschüchtern, absetzen und totsparen». Es ist ein Artikel den Valeria Heintges geschrieben hat, erschienen in der Republik. Ich putze meine Zähne dabei. Ich lese über populistische Regierungen in Ungarn und den USA über die AfD und die SVP und wie sie die Kultur aushöhlen. Kultur sei immer das erste Opfer rechter Regierungen. Ich lese, wie sie Worte zensieren, Worte, die in meinem Bauch ein warmes Gefühl auslösen, Worte wie «inclusiveness» und «multicultural». Ist das nicht grausig? Im Tram denke ich an die Zeile aus Mari Andrews Gedicht: «I am washing my face before bed while a country is on fire”. Es ist ein gutes Gedicht.

Ich frage mich, was Kunst darf. Ob sie etwas muss. Was sie muss. Und was Künstler*innen müssen.

Ich lerne gerade, dass Demokratie und Freiheit Verben sind und hoffe insgeheim, dass sie Verben sind, wie Fahrrad fahren, das verlernt man nämlich nie. Ich glaube, es gibt keine Antwort auf 2025. Es gibt nur Antworten. Manche von ihnen in fragender Form. Wie: Wer kommt mit ins Theater?

Link zum Artikel: Bedrohen, einschüchtern, absetzen und totsparen – Republik

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